Musikverein Unterkochen   

 
 
 

Fetzige Klänge im Dreierpack

Blasmusikparade in der Unterkochener Sporthalle – Musikvereine aus Öhningen und Niederstotzingen zu Gast

Wer immer noch behauptet, Blasmusik sei ausschließlich Synonym für Festzeltflair, der wurde bei der 15. Blasmusikparade des Musikvereins Unterkochen in der Sporthalle eines Besseren belehrt. Brillant-konzertante Darbietungen, folkloristische Schmankerl und vibrierende Stimmungshits brachten die Musikvereine aus Öhningen, Niederstotzingen und Unterkochen ans Ohr.

Der Musikverein Öhningen eröffnete den Abend mit der badischen Hymne. (Foto: ls)

Manch einer wähnte sich wohl im Karlsruher Wildparkstadion, als die badische Hymne ertönte. Premiere für die Sporthalle, als die Musikerinnen und Musiker aus Öhningen – nahe der Schweizer Grenze gelegen – das Loblied auf die Badener intonierten, das mit dem Liebreiz seiner Rhythmik aber auch den Schwaben schnell unter die Haut ging.

Vorausgegangen war der würdige Einmarsch aller 120 Aktiven. Die Öhninger vorneweg mit ihrer Dirigentin Petra Stütz – ein bekanntes Gesicht in Unterkochen, da sie dort in den Reihen des hiesigen Musikvereins schon einige Jahre aktiv war. Es folgte der Musikverein Stadtkapelle Niederstotzingen, just 50 Jahre jung geworden, mit seinem musikalischen Taktgeber Wolfgang Neidhöfer und wie gewohnt zeichnete beim Einmarsch Dirigent Werner Wohlfahrt mit den Musikerinnen und Musikern aus Unterkochen für den Schlussakkord verantwortlich.

Die ersten Beifallsstürme gab es für den gemeinsam fetzig und peppig intonierten „Helenenmarsch“. Der Vorsitzende des MV Unterkochen Christoph Kaiser erinnerte in seiner Begrüßung an den sensationellen Auftritt des „Orquestra de Sopros de Coimbra“ aus Portugal im Vorjahr und er setzte hinzu: „Es ist angerichtet, Sie können sich auch heuer auf einen Ohrenschmaus freuen.“

Dem Versprechen folgten Taten. Nach der badischen Laudatio servierte der Musikverein Öhningen einen bunten Strauß Polkamelodien, so recht nach dem Geschmack der Besucher und immer wieder begeisterten die Gäste vom Bodensee mit filigranen Interims in sämtlichen Instrumentenparts. „Bülle trifft Flädle“ so lautete das Motto der Öhninger, locker übersetzt „Baden trifft Schwaben“ und die Mischung war wohl dosiert.

Gemäß dem großen Ereignis ihres Jubiläums tauchten die Gäste vom Musikverein Niederstotzingen ein in „ein halbes Jahrhundert flotter Blasmusik“, aber auch Beatles-Melodien und urig Böhmisches wurde zur Freude des Publikums beigemischt.

„Wein, Weib und Gesang“ verschrieb sich zum Abschluss der Musikverein Unterkochen mit Werner Wohlfahrt am Regiepult. Natürlich im Walzer-Takt, mit schönen Strauß-Melodien in petto und wie man es bei der Blasmusikparade von den Einheimischen schon gewohnt ist, mit einer kompakten und harmonischen Intonation, die die gehobene Qualität des Wohlfahrtschen Klangkörpers nachhaltig unter Beweis stellte.

Lothar Schell, Schwäbische Post


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