Musikverein Unterkochen   

 
 
 

Mit Söhnen und Freunden der Stadt

Sopranistin Christine Mairle-Zirbs intonierte Schubart-Lieder zusammen mit dem Musikverein Unterkochen

Klingende Bilder zu 650 Jahren freie Reichsstadt Aalen brachte der Musikverein Unterkochen beim Frühjahrskonzert zu Gehör. Der musikalische Rückblick auf die Historie und die musischen Verneigungen vor den Partnerstädten kamen ausgezeichnet beim Publikum in der vollen Festhalle an.

Die Sopranistin Christine Mairle-Zirbs hat in der Festhalle überzeugt. (Foto: sf)

Was sagt Karl Maier so gerne über Unterkochen? „Das ist Aalens schönster Stadtbezirk“, zitierte der Vorsitzende Hubert Rettenmaier den Ortsvorsteher. Der zünftige „Kocherburg-Marsch“ vorneweg, nahm sich dieser Stadtbezirk mit seinen Musikanten der Geschichte zum 650-jährigen Jubiläum an und zeigte dabei interessante „Aalener Facetten“.

„Unser Dirigent Werner Wohlfahrt hatte die Idee“, sagte Rettenmaier. Ein Einfall, der es nicht verbiete am großen Sohn der Stadt, Christian Friedrich Daniel Schubart vorbeizukommen. Bearbeitet von Wohlfahrt selbst, „schneiderte“ er seinem Blasorchester die Orchester-Begleitung „auf den Leib“.
Die Aalenerin Sopranistin Christine Mairle-Zirbs intonierte ausgefeilt und artikularisch sauber die Schubart-Lieder, wie die muntere „Die Forelle“, das wehmütige „Minchen am Grabe ihrer Mutter“ oder das fröhliche „Brandeweinlied eines Schusters“.

Mit viel Applaus honorierte das Publikum dieses harmonische Zusammenspiel. Mit dem servierten „Augsburger Tafelkonfekt“ nach Melodien von Valentin Rathgeber, zeigten sie auf, wie die vor 50 Jahren dominierenden musikalischen Stilrichtungen, verflossen. Auch Napoleon hatte seine Spuren in Aalen hinterlassen. Noch heute erinnert das Buntglasfenster mit einem stilisierten „N“ im heutigen Café Podium an den Kaiser, erzählten Anja Weiland und Matthias Ruthardt, die durch den Abend führten.

Musikalisch widmeten sie sich dem Staatsmann mit Beethovens „Finale“ aus „Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria“. Mit vielen auf eine Leinwand projizierten Bildern sorgte der Musikverein für eine visuelle Untermalung der musikalisch kraftvollen Darbietungen. So holten sie auch die in Freundschaft verbundenen Städte in die Festhalle. Angekündigt mit dem Aalener Marsch von Hans Blank, der verkündet „Musik kennt keine Grenzen“ ging es auf eine Reise durch Europa.

Mit dem „Mährischen Tanz Nr. 7“ wurde die Reise zur Wischauer Sprachinsel begonnen. Eine „Kleine ungarische Rhapsodie“ entführte nach Tatabánya, der flotte türkische Marsch nach Antakya und Welthits aus Italien ließen von Cervia an der Adria träumen.
Eine „Hommage à Edith Piaf“ stand für das französische St. Lô und der prächtige „Pomp and Circumstance No. 1“ für das südwestlich gelegene britische Christchurch.

Anhaltendes Klatschen machte eine Zugabe unumgänglich. Ebenso wie bereits nach den Darbietungen des Nachwuchsorchesters, welches unter der Leitung von Manuela Schaff für den Auftakt des Abends gesorgt hatte.

Das kleine, aber feine Orchester hatte sich größtenteils dem Musical verschrieben und ließ mit Kostproben aus Annie, Phantom der Oper und Joseph das Herz des Musical-Fans höher schlagen. Der flotte „Baby Elephant Walk“ vom großen Filmmusik-Komponisten Henry Mancini ließ Raum für ein beifallträchtiges Saxophonsolo.

Sandra Fischer, Schwäbische Post


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