Musikverein Unterkochen   

 
 
 

Rhythmische Klänge

Frühjahrskonzert des Musikvereins in der Unterkochener Festhalle

Man muss dem Vorsitzenden des Musikvereins Unterkochen Christoph Kaiser recht geben: Nachwuchsarbeit und Investition in die Musikerjugend lohnt sich. Was dabei herauskommt, zeigte sich in einem sicherlich noch lange nachhallenden Frühjahrskonzert.

Das Nachwuchsorchester des Musikvereins Unterkochen unter Leitung von Manuela Kraut stellte sein Können unter Beweis. (Foto: ls)

Kein blasmusikalisches Genre wird vermisst am Samstagabend in der bis auf den letzten Platz gefüllten Festhalle. Die Simpsons sind präsent, Polka-Rhythmus erklingt, Albert Hammond gibt sich die Ehre und große Filmmusik wird geboten. Dass es nicht immer die Ohrwürmer zum Mitklatschen sein müssen, beweist das Orchester des Musikvereins unter Leitung von Werner Wohlfahrt beim Frühjahrskonzert ein ums andere Mal. Die sinfonische Dichtung „Finlandia“ oder die kreativ gewürzte Komposition „Choral and Rock-out“ von Ted Huggens werden geboten. Mit diesen beiden Stücken hat jüngst der Musikverein beim Wertungsspiel ein „sehr gut“ erhalten.

Zuerst sind allerdings die Jüngsten dran. Jene Kids vom Bläserspielkreis, die knapp zwei Jahre Blasmusik machen und unter Leitung von Heidi Morcinietz zum ersten Mal vor großem Publikum spielen. Spürbar ist die Spielfreude und beim „Farmhouse Rock“ offenbaren sich Gefühl für Rhythmus und schon eine erfreulich gute technische Schulung.

Dass Manuela Kraut dem Nachwuchsorchester Tragfähigkeit verliehen hat, wird vom Publikum mit langem Beifall belohnt. Harmonie und Rhythmik zeichnen das Nachwuchsorchester aus, das in den getragenen Sequenzen des Stücks „Happy flutes“ filigrane Intonation unter Beweis stellt.

Sicherlich kein Ohrwurm, der spontan von den Sitzen reißt, aber das Aktiven-Orchester des Musikvereins interpretiert das klanggewaltige Werk „Finlandia“ von Jean Sibelius beeindruckend. Es stellt sich den hohen Anforderungen an rhythmischem Gespür und Artikulationsvielfalt entsprechend der Wertungsspielnote „sehr gut“. Und als man mit „Columbus“ den Countdown für den ersten Weltraumflug setzt, erklingt dies blasmusikalisch facettenreich. Den Kontrapunkt setzt der „Regimentsgruß“.

Florian Röhrer und Dominik Bader schmücken die „Zweier-Polka“ von Peter Schad solistisch mit Flügel- und Tenorhorn. Und beim zweiten „Wertungsspiel-Nachklapp“ mit „Choral and Rock-out“ von Ted Huggens zeigt der Musikverein, wie barocke Facetten mit der Kraft der Rockmusik versiert verwoben werden.

„Great moments in cinema“ lautet der Schlussakkord. Nun sind auch die Ohrwürmer dran und auch diese sind den Musikern von Dirigent Werner Wohlfahrt hörbar auf den Leib geschrieben.

Lothar Schell, Schwäbische Post


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