Musikverein Unterkochen   

 
 
 

Musikverein auf Ötzis Spuren

„Faszination Alpen“ im Fokus beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Unterkochen

Parallelprojektion in der Festhalle. Optik und Akustik verschmelzen beim überragenden Frühjahrskonzert des Musikvereins unter Leitung von Werner Wohlfahrt und Heidi Aigner. Während auf der Bühne anspruchsvolle Musik-Literatur geboten wird, werden die Besucher per Dia-Show auf eine Reise in die Alpenwelt begleitet.

Die Plätze reichen nicht aus, es muss angebaut werden. Bis auf den letzten Platz gefüllt ist die Sporthalle. Das Aktiven-Orchester mit Dirigent Werner Wohlfahrt entführt mit einem romantischen Tongemälde ins Reich der Dolomiten und bringt das Landschaftsbild, die Macht der Berge und die vielfältigen Motive in bestechend-differenzierter Manier ans Ohr der Besucher. Zwei monumentale Werke stehen beim Frühjahrskonzert im Fokus. Da ist Sepp Tanzers Suite vom Tiroler Volksaufstand in drei Sätzen, eine musikalische Herausforderung, die die Musikerinnen und Musiker von Werner Wohlfahrt technisch versiert und in überragendem Zusammenklang meistern. Pauken und Trommeln künden vom Aufstand und sorgen für den Spannungsbogen.

Der heroische Kampf am Berg Isel taucht ein in ein gleichsam sensibel wie auch dramatisch intoniertes Szenario. Leuchtende Spitzen sind Synonym für den Angriff, ein fulminantes Tongemälde. Leuchtende Trompeten künden die Siegesnachricht ins Tal. Über sich hinaus wachsen die Schützlinge von Werner Wohlfahrt auf Ötzis Spuren in „Man in die ice“ von Otto M. Schwarz. Dabei gelingt es dem Orchester, in die Originalkompositionen jene musikalischen Details in sensibler Weise einzustreuen, die der österreichische Naturfilmer Kurt Mündl optisch nachkonstruiert hatte. Das Orchester verdient sich Bestnoten für seine synchronisch-akribische Tonzeichnung.

Der Bläserspielkreis des Musikvereins unter dem Dirigat von Heidi Aigner sorgt für die musikalischen Kontrapunkte mit „Let it go“ und „Forget you“ und das Nachwuchsorchester, geleitet von Werner Wohlfahrt, weiß vor allem mit dem Elton John-Titel „Can you feel the love tonight“ zu gefallen. Bei der musikalischen Reise durch die Alpen darf „La Montanara“ nicht fehlen und schließlich gibt es zum Schlussakkord auch noch die Alpen-Gesamtschau mit dem „Mountain Panorama“ von Manfred Schneider, wobei des dem Orchester nachhaltig gelingt, das faszinierende Bild der Alpen mit Tiefgang und schnellen Tempi-Wechseln zu vermitteln. Der zweite Vorsitzende Karl-Armin Funk hat schließlich noch eine positive Nachricht parat. Der Oberkochener Andreas Neuhäuser konnte als neuer Webmaster für den Musikverein Unterkochen gewonnen werden.

Lothar Schell, Schwäbische Post


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