Musikverein Unterkochen   

 
 
 

Werke mit Bravour gemeistert

300 Jahre Kirchenmusik in Unterkochen: Der Musikverein konzertiert in der Marienwallfahrtskirche

Zwei blendend aufgelegte Ensembles, dazu die überragende Akustik des weiten Kirchenraums, ein sachkundiges und zahlreich erschienenes Publikum und Pfarrer Hermann Knoblauch als moderierendes Interim gaben dem Kirchenkonzert des Musikvereins Unterkochen unter Leitung von Werner Wohlfahrt und Manuela Schaff einen exquisiten Rahmen.

300 Jahre Kirchenmusik in Unterkochen haben ihre Spuren in der musikalischen Qualität der Akteure hinterlassen, wie zu hören ist. (Foto: Peter Hageneder)

Der „zweite Anzug“ sitzt, dies machte Dirigentin Manuela Schaff zum Auftakt mit dem Nachwuchsorchester mit blasmusikalischen Kostbarkeiten aus der Gegenwart deutlich. In dem Werk „Jesus Christ, you are my life“ wurde der Lobpreis Gottes freudvoll und ausdrucksstark intoniert. Und dem „Spiritus vivificat“ von Andreas Schätzle wurde fließende Rhythmik einverleibt, wobei das technische Stehvermögen der Nachwuchstruppe zu überzeugen wusste.

Schaffs Dirigat lebte von motivierender Gestik, was dem Ensemble auch im weiteren Verlauf der Darbietungen das Prädikat eines homogenen Klangkörpers einbrachte. Der Vorsitzende Christoph Kaiser ließ nicht unerwähnt, dass man auf die Jugend und speziell auf die Bläserklassen setzt.

 

Spenden für neue Instrumente werden gesammelt

Und weil man dringend neue Instrumente braucht, ließ er den Wunsch nach Spenden und Sponsoren nicht außen vor. Ein Mammutprogramm großer Meister wie J.S. Bach, Henry Purcell, Richard Wagner und Anton Bruckner, aber auch zeitgenössischer Komponisten stand auf der Agenda des Musikvereins für das runde Jubiläum „300 Jahre Kirchenmusik in Unterkochen.“

Und so begab sich Dirigent Werner Wohlfahrt mit seinen Musikern auf die weite Reise ins Barock- und Romantik-Genre und Pfarrer Hermann Knoblauch ließ es sich nicht nehmen, die musikalische Szenerie mit theologischen Erklärungen zu verquicken. Höhepunkte gab es deren viele. So setzte das Blasorchester den hohen Spannungsbogen der Sarabande von Händel zwischen den luftig-lockeren Parts und der voluminösen Ausladung effektvoll um.

 

Wie an einer Perlenschnur gezogene musikalische Aussagen

Wie an einer Perlenschnur gezogen summierte sich die musikalische Aussage Bachs in dem Lied „Bist du bei mir.“ Souverän agierte Werner Wohlfahrt am Regiepult, wunderschön wurden Anton Bruckners Klangträume im „Ave Maria“ ans Ohr gebracht und Bruckners „Locus iste“ wurde dynamisch und technisch versiert transponiert. Nach der musikalischen Weltreise in die Historie kehrte man in die Gegenwart zurück. Auch kompositorische Schwierigkeiten in der Setzung wurden gemeistert.

Ein Ohrenschmaus waren die weit gespannten Melodienbögen und die dynamischen Kontraste in Wollmanns „Prayer for winds.“ Kurt Gäbles Stück „Lichtblicke“ wurde zum Synonym fürs gesamte Konzert. Die beiden Ensembles sorgten für Licht und Begeisterung. Kaum enden wollender Beifall setzte den Schlussakkord.

Lothar Schell, Schwäbische Post


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