Musikverein Unterkochen   

 
 
 

Kirchenkonzert in der Marienwallfahrtskirche 2017 – Bericht aus den Aalener Nachrichten

Musikverein begeistert die Zuhörer

Konzert in der Marienwallfahrtskirche steht unter österlichem Leitgedanken

„Resurrexit vere – er ist wahrhaft auferstanden“, unter diesen österlichen Leitgedanken hat der Musikverein Unterkochen sein Konzert in der Marienwallfahrtskirche gestellt. (Foto: hü)

„Resurrexit vere – er ist wahrhaft auferstanden“, unter diesen österlichen Leitgedanken hat der Musikverein Unterkochen sein Konzert in der gut gefüllten Marienwallfahrtskirche gestellt. Das Blasorchester unter der Leitung von Werner Wohlfahrt brachte die Motive und Stimmungen der einzelnen Kompositionen treffend zum Ausdruck.

Zum Auftakt widmete sich die Musikkapelle dem Thema Sterben und Tod und spielte das Requiem von Julius Fucik. Dabei folgen dem langsamen, bedächtigen Introitus durchaus lebhafte Elemente, doch insgesamt ist das Werk von Schwermut gekennzeichnet, der insbesondere im Benedictus und Agnus dei zum Ausdruck kommt.
„Kaddish“ ist ein kurzes Gebet in hebräischer und aramäischer Sprache. Es basiert auf der jüdischen Tradition eines Gebets für die Toten. Der Komponist W. Francis Mc Beth hat dieses Gebet für Blasorchester vertont und dabei dramaturgische Elemente in ein prächtiges Klangbild verwoben. Dem Musikverein Unterkochen gelang es vortrefflich dieser Intuition gerecht zu werden.
Andere, nicht minder reizvolle Akzente, setzte das „Adagio for Winds“ von Markus Götz, eine musikalische Meditation, bei der romantische und barocke Stilelemente miteinander verschmelzen. Klarinetten und Querflöten duellierten sich mit den Blechbläsern und bildten letztlich eine harmonische Einheit.
Die frohe Botschaft „Resurrexit vere – er ist wahrhaft auferstanden“ steht im Mittelpunkt der Ouvertüre „Russische Ostern“ von Nikolai Rimski-Korsakow. Es ist eine Sammlung alter Lobgesänge aus dem Fundus der russisch-orthodoxen Liturgie. Das Mysterium der Osternacht und die Freude des Ostersonntags brachte das Blasorchester mit Chorälen und einem furiosen Finale mit Fanfaren und Glockengeläut zum Ausdruck.

Verstärkt wurde die österliche Freude durch „Christ ist erstanden“. Der Dirigent des Musikvereins Unterkochen, Werner Wohlfahrt, hat dieses alte deutsche Kirchenlied in eine symphonische Skizze für Blasorchester umgeschrieben. Der Musikverein Unterkochen interpretierte dieses Werk sehr einfühlsam und mit strahlender Freude.

In einer kurzen Pause sprach Pfarrer Hermann Knoblauch zu den Besuchern und bezeichnete das Konzert als eine Form der Festigung des Glaubens. Die Themen Tod und Auferstehung seien existenziell für jeden einzelnen.
„Wir glauben all an einen Gott“, dieses Kirchenlied hat Martin Luther 1524 als Paraphrase des Credo geschrieben. Das Blasorchester verband dieses Lied gekonnt mit einem Choralvorspiel von Johann Sebastian Bach und mit dem Choralsatz von Hans Leo Hassler zu einer harmonischen Einheit, die von Innigkeit geprägt ist.
Zum Abschluss intonierte das Blasorchester noch eine von Thomas Asanger stammende Choralphantasie als Referenz an Sankt Caäcilia. Prägendes Element ist dabei ein 16- taktiges Thema. Das Publikum bedankte sich bei den Musikern mit stehenden Ovationen für ein gelungenes Kirchenkonzert.

Edwin Hügler, Aalener Nachrichten


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