Musikverein Unterkochen   

 
 
 

Kirchenkonzert in der Marienwallfahrtskirche 2017 – Bericht aus der Schwäbischen Post

Ensemble sorgt für niveauvoll-österlichen Nachklang

Musikverein Unterkochen thematisiert Auferstehung und Reformationsfest in der Marienwallfahrtskirche

Dirigent Werner Wohlfahrt hat mit dem Musikverein Unterkochen ein Kirchenkonzert gegeben, das das Können der Musikerinnen und Musiker herausgestellt hat. (Fotos: ls)

„Resurrexit vere – er ist wahrhaft auferstanden" titelt das Konzert unter dem Dirigat von Werner Wohlfahrt, der selbst mit einer Eigenkomposition mit ins österliche Geschehen von Kreuzigung bis Auferstehung eingreift. Die Themen Tod und Auferstehung vermittelt der Musikverein Unterkochen mit seinen erfreulicherweise vielen jungen Musikerinnen und Musikern. Das ewige Leben steht dabei im Fokus.

Das Requiem von Julius Fucik, auch Messe für Verstorbene genannt, ist musikalisches Synonym für die Kreuzigung. Dem Orchester gelingt es, die trübe Stimmung zu artikulieren. Auf den Punkt gesetzte Akkordvielfalt rüttelt auf, mahnt zum Gedenken. Das wunderschön weich intonierte Sanctus lebt von ergreifend wirkender Modulation.

Im folgenden „Kaddish-Gebet" erklingt die Bitte um die Königsherrschaft Gottes; Gebet für die Toten schlechthin. Das Orchester versteht es, im feinen Zusammenklang den Gebetspreis zu verherrlichen. Es sind die kleinen Interims und die Passform der rhythmischen Gestaltung, die die Kompetenz des Gesamtensembles ausmachen. Beispiele dafür sind Rimski-Korsakows „Russische Ostern", bei dem alle Register über sich hinauswachsen und ineinander verschmelzen.

Werner Wohlfahrt hat seinem Ensemble mit „Christ ist erstanden" eine symphonische Skizze ins Notenblatt geschrieben.

Ergriffenheit herrscht im Kirchenraum, die Tempi-Wechsel und Register-Verknüpfungen werden großartig gemeistert bis hin zum einstimmigen Ruf der Blechbläser zum vollorchestralen Abschluss.

„Wir glauben all an einen Gott", Reminiszenz an das Kirchenlied von Martin Luther leitet über zum reformatorischen Part, der im barocken Spiel facettenreich ans Ohr der Konzertbesucher gebracht wird.

Expressiv und gemischt mit sensibler Emotionalität erklingt Thomas Asangers „Sankt Cäcilia". Rhythmik und musikalischer Farbenreichtum schaffen tiefe Eindrücke.

Lang anhaltender Schlussapplaus ist Lohn für eine außergewöhnlich starke Leistung im österlichen Nachklang.

Lothar Schell, Schwäbische Post


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